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Gehaltsreport Österreich 2026: Was verdient Österreich wirklich?

Das Medianeinkommen in Österreich beträgt 2026 44.556 brutto jährlich basierend auf der Verdienststrukturerhebung der Statistik Austria 2024 und aktuellen Kollektivvertragsabschlüssen. Damit liegt Österreich im europäischen oberen Mittelfeld, hinter der Schweiz und Luxemburg, aber auf Augenhöhe mit den Niederlanden und Belgien.

Doch hinter dem österreichischen Durchschnitt verbergen sich große Unterschiede: Zwischen Branchen, Bundesländern, Berufserfahrung und Geschlecht klaffen die Gehälter teils um mehrere Zehntausend Euro auseinander. Besonders prägend für Österreich ist das System der 14 Monatsgehälter mit steuerlich begünstigtem Urlaubs- und Weihnachtsgeld ein Alleinstellungsmerkmal im europäischen Vergleich. Über 800 Kollektivverträge regeln die Mindestgehälter für rund 98 % aller Beschäftigten.

Dieser Report schlüsselt alle relevanten Gehaltsfaktoren auf mit interaktiven Diagrammen, aktuellen Daten und direkten Netto-Vergleichen. Alle Angaben beziehen sich auf Brutto-Medianwerte für Vollzeitbeschäftigte gemäß Statistik Austria.

€44.556/Jahr

Median Jahresgehalt (brutto)

800+

Kollektivverträge

14

Monatsgehälter (inkl. Sonderzahlungen)

15 %

Gender Pay Gap (unbereinigt)

Branchenvergleich: Wer verdient am meisten?

Die bestbezahlte Branche Österreichs sind die Finanzdienstleistungen mit einem Median von 70.000 das sind 57 % mehr als der österreichische Gesamtmedian. Es folgen IT & Telekommunikation (65.000) und Chemie & Pharma (62.000). Diese Branchen profitieren von hoher Wertschöpfung, internationaler Nachfrage und starken Kollektivverträgen.

Am unteren Ende liegt die Gastronomie & Tourismus mit nur 28.000 trotz der großen Bedeutung des Tourismus für die österreichische Wirtschaft. Saisonale Beschäftigung, hoher Anteil an Teilzeitarbeit und niedrige Kollektivvertragslöhne drücken den Median. Der Abstand zwischen Spitze und Schlusslicht beträgt stolze 42.000 pro Jahr.

Quelle: Statistik Austria 2024, AMS Gehaltskompass 2025, Kollektivvertr\u00E4ge 2026

Wien führt: Gehaltsunterschiede nach Bundesland

Wien führt mit 56.980 Median deutlich vor allen anderen Bundesländern getrieben durch die Konzentration von Konzernsitzen, Finanzdienstleistern und öffentlichem Dienst. Vorarlberg folgt mit 50.000, was auf die starke Industrie (Textil, Maschinenbau) und die Nähe zur Schweiz zurückzuführen ist.

Kärnten (43.000) und das Burgenland (42.000) bilden die Schlusslichter. Allerdings sind die Lebenshaltungskosten in diesen Bundesländern deutlich niedriger: Eine Mietwohnung in Klagenfurt kostet im Schnitt 9,50/m'²', in Wien 14,80/m'²' dadurch relativiert sich der Gehaltsvorsprung der Bundeshauptstadt erheblich.

Quelle: Statistik Austria 2024, AMS Gehaltskompass 2025

Wien

€56.980

Höchstes Nominaleinkommen, Zentrum für Konzerne & öffentlichen Dienst

Graz

€47.200

Zweitgrößte Stadt, starke Industrie und Universitätsstadt

Linz

€48.800

Industriezentrum Oberösterreichs, voestalpine-Effekt

Innsbruck

€46.500

Tourismus & Universität, hohe Lebenshaltungskosten

14 Monatsgehälter: Das österreichische Sonderzahlungssystem

Eine Besonderheit des österreichischen Gehaltssystems sind die 14 Monatsgehälter. Neben den 12 regulären Monatszügen erhalten Beschäftigte ein Urlaubsgeld (meist im Juni) und ein Weihnachtsgeld (meist im November). Diese Sonderzahlungen sind in nahezu allen Kollektivverträgen verankert und genießen eine steuerliche Begünstigung.

Bei einem Medianeinkommen von 44.556 brutto jährlich ergibt sich ein Monatsgehalt von rund 3.183 ausbezahlt 14 Mal pro Jahr. Die Sonderzahlungen werden bis zu einem Freibetrag von 620 steuerfrei gestellt und darüber hinaus mit einem festen Steuersatz von 6 % besteuert deutlich weniger als der reguläre Grenzsteuersatz. Dieses System macht Österreich für Arbeitnehmer:innen besonders attraktiv.

Regul\u00E4res MonatsgehaltUrlaubsgeld (UG) / Weihnachtsgeld (WG)

Quelle: Kollektivvertragliche Sonderzahlungen gem\u00E4\u00DF ArbVG, Statistik Austria 2024

Gut zu wissen: Das 13. und 14. Gehalt wird in Österreich steuerlich begünstigt besteuert (6 % statt regulärem Grenzsteuersatz). Dadurch ist das effektive Nettoeinkommen in Österreich höher als es der reine Bruttovergleich mit 12-Gehalt-Ländern vermuten lässt. Nutzen Sie unseren Brutto-Netto-Rechner, um Ihr persönliches Ergebnis zu berechnen.

Gehalt nach Berufserfahrung und Alter

Das Alter bleibt in Österreich ein wesentlicher Gehaltsfaktor. Berufseinsteiger:innen (2024 Jahre) verdienen im Median 28.000 brutto jährlich. Der stärkste Gehaltsanstieg erfolgt zwischen 25 und 44 Jahren: In dieser Phase steigt das Medianeinkommen um 68 % auf 47.000.

Der Höchstwert wird in der Altersgruppe 4554 mit 54.000 erreicht. Danach sinkt das Medianeinkommen leicht bedingt durch Teilzeitmodelle, Altersteilzeit und den Rückzug aus Führungspositionen. Bemerkenswert: In Österreich ist der Erfahrungsbonus in tarifgebundenen Branchen besonders stark ausgeprägt, da viele Kollektivverträge automatische Vorrrückungen vorsehen.

Quelle: Statistik Austria \u2013 Verdienststrukturerhebung 2024, AMS Gehaltskompass 2025

Tipp: Der größte Gehaltssprung (+24 %) erfolgt zwischen den Altersgruppen 2534 und 3544. In diesem Zeitfenster lohnt sich ein Arbeitgeberwechsel besonders die Wechselprämie beträgt laut Studien im Schnitt 1015 %.

Gehaltsbänder nach Berufsgruppe 2026

Neben der Branche bestimmt die konkrete Berufsgruppe maßgeblich das Gehalt. Das folgende Diagramm zeigt die Spanne vom 25. bis zum 75. Perzentil (P25P75) also das Gehaltsband, in dem die mittleren 50 % der Beschäftigten liegen.

Data Scientists weisen mit 50.000–€78.000 die breiteste Spanne auf ein Zeichen für den großen Einfluss von Spezialisierung, Unternehmensgröße und Standort. Softwareentwickler:innen liegen mit einem Median von 62.000 ebenfalls deutlich über dem österreichischen Gesamtmedian. Bemerkenswert: HR-Manager:innen haben eine ähnlich breite Spanne wie IT-Berufe, was auf die großen Unterschiede zwischen KMU und Konzernen zurückzuführen ist.

P25\u2013P75 Spanne

Quelle: AMS Gehaltskompass 2025, Glassdoor verifizierte Geh\u00E4lter 2025\u20132026

Verifizierte Daten aus Statistik Austria & AMS Gehaltskompass

Gender Pay Gap in Österreich 2026

Der unbereinigte Gender Pay Gap liegt in Österreich bei 15 % und ist damit etwas über dem EU-Durchschnitt von 12,7 %. Frauen verdienen im Median 37.873, Männer 44.556. Der bereinigte Gap (gleiche Position, Erfahrung, Branche) beträgt laut Statistik Austria rund 8 %.

Am größten ist der Unterschied in den Finanzdienstleistungen mit 22 %, am geringsten im öffentlichen Dienst mit nur 6 %. Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie, die bis Juni 2026 in österreichisches Recht umgesetzt werden muss, wird Unternehmen mit 100+ Beschäftigten zur Offenlegung ihrer Gehaltsdaten verpflichten. Österreich hat bereits mit dem Einkommenstransparenzgesetz Vorarbeit geleistet, doch die volle Umsetzung steht noch aus.

\u00DCber DurchschnittUnter Durchschnitt

Quelle: Statistik Austria \u2013 Gender Pay Gap 2024, Eurostat 2025

BrancheGender Pay Gap
Finanzdienstleistungen22 %
Unternehmensdienstleistungen18 %
Handel14 %
Gesundheitswesen10 %
Gesamt Österreich15 %
Öffentlicher Dienst6 %

Quelle: Statistik Austria 2024, Eurostat 2025 unbereinigter Gender Pay Gap

Was bleibt netto vom Bruttogehalt?

Österreich hat ein progressives Steuersystem mit Grenzsteuersätzen von 0 % bis 55 %. Bei einem Medianeinkommen von 44.556 brutto (ledig, keine Kinder, ASVG-versichert) bleiben nach Lohnsteuer und Sozialversicherung rund 29.800 netto eine effektive Abgabenquote von 33,1 %. Durch die steuerliche Begünstigung des 13. und 14. Gehalts ist die Nettobelastung niedriger als in vergleichbaren Ländern.

BruttogehaltLohnsteuerSozialvers.Netto (ca.)
25.0001.8004.50018.700
35.0004.2006.30024.500
44.556 (Median)7.1007.65629.800
60.00012.40010.30037.300
80.00020.20012.80047.000
100.00029.50013.40057.100

Ledig, keine Kinder, ASVG-versichert, keine Kirchensteuer. Inkl. Sonderzahlungen (13.+14. Gehalt). Gerundete Werte.

Österreich im EU-Vergleich

Im europäischen Vergleich rangiert Österreich beim Medianeinkommen im oberen Mittelfeld. Die Schweiz führt mit 82.000 deutlich, gefolgt von Luxemburg (72.500) und Dänemark (65.800). Österreich liegt mit 44.556 hinter Deutschland (53.900), wobei der direkte Vergleich durch das österreichische 14-Gehalt-System verzerrt wird: Kaufkraftbereinigt und unter Berücksichtigung der steuerlichen Begünstigung der Sonderzahlungen rückt Österreich näher an die Spitzengruppe.

Die EU-Entgelttransparenzrichtlinie wird bis 2026 in allen Mitgliedsstaaten umgesetzt und dürfte die Vergleichbarkeit zwischen Ländern weiter erhöhen. Für detaillierte Netto-Vergleiche nutzen Sie unseren Länder-Vergleichsrechner.

Quelle: Eurostat, OECD Employment Outlook 2025, nationale Statistik\u00E4mter

Quellen & Methodik

  • Statistik Austria Verdienststrukturerhebung 2024 (Median-Methodik)
  • AMS Gehaltskompass 2025 Bruttoeinsteigsgehälter nach Beruf
  • Wirtschaftskammer Österreich (WKO) Kollektivverträge 2026
  • Statistik Austria Gender Pay Gap 2024
  • Eurostat Structure of Earnings Survey (SES) 2024
  • OECD Employment Outlook 2025
  • Glassdoor verifizierte Gehaltsdaten Österreich 20252026

Alle Gehaltsangaben sind Brutto-Medianwerte (50. Perzentil) für Vollzeitbeschäftigte, sofern nicht anders angegeben. Gerundete Werte. Die 14 Monatsgehälter sind in den Jahresangaben enthalten.

Haftungsausschluss

Dieses Tool stellt ausschließlich Marktrichtwerte bereit und stellt keine rechtliche oder HR-Beratung dar. NettoCalc übernimmt keine Haftung für Compliance-Entscheidungen, die auf Basis dieser Daten getroffen werden.